[Soundtrack zum Text: -> Da klixen]

Also: Sie sollen wissen, dass ich bestimmte Sachen schreibe. Kleine, große, dicke, dünne, bestimmte Sachen eben.
Ich schreibe Kurzgeschichten, Erzählungen, Gedichte, Essays, Theaterstücke, Satiren und Romane. Eben alles außer Pornos.

Wenn ich gerade nicht schreibe oder meine Fenster nicht putze oder zufällig keine hebräischen Gesänge übe oder mich nicht in pfeffrig riechenden Büchern vergrabe
oder im Caféhaus meine Espressorechnung nicht bezahle, lese ich gern bei öffentlichen Autorenlesungen. Früher las ich oft beim Poetry-Slam im Molotow (Reeperbahn) und stehe da in der Hall of Fame (-> slamburg.de), als damaliger Mitbegründer bei Kaffee.Satz.Lesen (-> redereihamburg.de), der Sonntagslesung in Hamburg-Hasselbrook bei Kaffee, Kuchen und Puschen, in der Betty-Ford-Klinik (Große Freiheit, Nachts, als es den Laden noch gab), im MACHT-Club (-> macht-ev.de) im Hamburger Schauspielhaus bei Jägermeisterschaften und auch sonst, beim German International Poetry Slam in Frankfurt 2003 und Stuttgart 2004, bei Daniel Beskos' -> transit in der Schilleroper (St. Pauli), beim Poetry-Slam-Battle Hamburg versus Greifswald 2004, sogar zweimal beim Poetry-Slam -> Heimfeld ist Reimfeld in Hamburg-Heimfeld (aber finden Sie mal da hin, der ist noch schwerer zu finden als die Hamburger jüdische Wandergemeinde, doch, die soll's wechselzeitig geben), bei Gunter Gerlachs Dichter an der Flasche im St. Pauli-Clubheim, bei einem Kurzgeschichtenwettbewerb in der Kunsthalle, im Kukuun über der Reeperbahn bei einer Buchvorstellung incl. politischen Éclats, bei Poets on the beach an der Elbe incl. Hagelsturms, in einem Abbruchhaus in Altona incl. greiser Cellisten, abstrakter Miniaturmaler und nocturner Schattenboxer, bei den www.weblesungen.de zweimal -> da und -> da, bei Bud Roses Tresengeflüster in HH-Eimsbüttel (als einzig Nüchterner unter lauter Betrunkenen, was so herum einen unvermuteten und bislang unerprobten Reiz hatte), regelmäßig bei der nun aufgelösten -> 'Autorengruppe jetzt!' im Bürgerhaus Barmbek-Nord (Falls da je einer hinfand), bei -> Gunter Gerlachs und Lou A. Probsthayns -> 17-Minuten-Literaturquickie in der Bar 439, ferner las ich im Halbdunkeln morbide gothic Dinge in der bröckelnden -> Alten Pathologie in Eilbek, und ich lese freundlich beleuchtet und umgeben von frisch geduschten hoffnungsfrohen Menschen bei den -> monatlichen Achtminutenlesungen im Java-House in Eimsbüttel.

- Zuletzt ein Geständnis, denn wir sind ja hier unter uns und keiner sonst kriegt's mit: 
Neulich in einem namenlosen Sommer jenseits von 1969 las ich gar um 12 Uhr mittags. Was bekanntlich gar nicht geht. Auf einer hohlen Straßenbühne, was bekanntlich überhaupt gar nicht geht. Wo die Eingeborenen vorbeischlurften und sich manchmal wunderten, dass es wohl anders laut war als sonst. Wo: In Uelzen. *Schluck*. Wo bekanntlich gar, gar und wieder gar nichts geht, 1969 nich', heut nich', morgen auch nich' usf. Ach.
Wir lasen zu dritt, außer mir nur
-> zwei  -> Geschätzte, von weit her idealistisch Angereiste (denn in Uelzen schreibt außer Zuckerrübenrechnungen wohl keiner jemals etwas), und die (dezidiert nichtuelzener!) Moderatorin war ein Schatz. Nur mit solchen Menschen lässt sich Solches überleben. Nur so wird man haarscharf vor den treibsandigen, zernichtenden Abgründen einer mittagsschwarzen Depression mittelniedersächsischen Typus' errettet - des lethalsten schlechthin.

 

P.S.
Sie werden es vielleicht bemerkt haben: Seit geraumer Zeit sieht man mich fast überhaupt gar nicht mehr bei Lesungen anderer Lesender, und gar selber gar lesen sieht man mich noch unendlich viel seltener, wenn denn überhaupt jemals...
Das liegt jedoch nicht an Ihnen und nicht an mir. Sondern es liegt daran, dass ich seit dem Unfall meines Sohns vor über anderthalb Jahren permanent bei ihm in der Klinik bin, resp. dass ich en route zu dieser Klinik bin, resp. dass ich in der Nacht aus dieser Klinik komme und en route zu meinem Bett bin, immer en route, um wieder en route zu ihm zu sein.
So sieht mein Leben aus. Und also kann man so weder irgendwo hingehen, um Andere lesen zu hören, noch kann man selber irgendwo lesen, wenn das Leben so aussieht. Man kann dann eben keine netten, ziellosen Dinge mehr tun. Man kann dann nur immer unterwegs sein, immer die Angst runterschlucken, immer vernünftig sein, wieder immer unterwegs sein, immer beim Sohn sein usw. usf., immer runterschlucken usf., und mehr oder nurmehr Anderes geht dann fast überhaupt absolut gar nicht.
Bis es besser wird -

Bis dahin gibt's hiesig nichts weiter als Gedichte von mir, zu lesen hiesig bei
> Biografisches >. Aber die sind schon lange bloßement et exclusivement en français - car ils se déroulent et s'écrivent en français et point en allemand, c'est comme ça, je regrette. Si cela ne vous dérange pas, vous pourriez y cliquer pour y lire la seule série de poèmes françaises jamais écrites à St.Pauli, je crois... il y en a déjà des centaines. Je ne les ai pas compté. Mais non, voyons, ça n'a pas de 'sens littéraire', ouf, je n'en sais rien. Même de les compter ne donnerait pas de sens. Peut-être il n'a pas de sens du tout. Si vous savez un par hasard, ah oui vous - dann machen Sie sich doch einen Reim drauf.


Meine nächsten Lesungstermine, extra für Sie hier immer wieder haarscharf aktualisiert:

# So., 8.8.10 16 Uhr: Bei der Ausstellung <Oh mein Wort> resp. beim Frappant ->www.frappant.org resp. in der Viktoria-Kaserne (in Altona, Zeiseweg/Ecke Bodenstedtstr.), Lesung bei der <Autor//re//verse>, so heißt die nämlich (auf dass es dorten voll revers werde, zumal es auch keine Perverskaserne mehr ist, oh)

# So., 25.7.10 Magellan-Terrassen (das sind diese gnadenlos auf den Hafenboden draufgestampften Beton-Ergonomien mit Bänken, gelegen am Großen Grasbrook, just dort wo man anno 1402 den armen Herrn Störtebeker köpfte, erinnern Sie sich?):
Also da um 18 Uhr
-> Lesung anlässlich der Vorstellung des neuen -> Hamburger Ziegels mit Frank Schulz, Hendrik Rost, Nina Jäckle und mit mir, Eintritt frei. Titel der Lesung: Was wie so ist. (Auf dass man danach wisse, warum und inwiefern was wie so sein können würde, Falls)

# Mo., 11.5.09 um 20:00; "Kein Ort, kein Yoghurt, kaum Mutter" - Robert Cohns prekäre Themalesung parallel zum Frühling, zum Hören & Sehen & Vergehen in der -> Yoghurteria, Wexstr. 31 (beim Großneumarkt), Eintritt frei (auf dass man sich voll mit Vollfettziegenyoghurt esse)

# von Di., 3.2.09 bis zum 9.2.09 hört man bei den -> Weblesungen.de die einzige schwarzromantische Kurzgeschichte, die ich je schrub (auf dass das Herz voll & die Zähne lang werden)

# Mi., 11.12.08 Pudel-Salon (über dem Golden Pudel Club, St. Pauli-Hafenstraße 27), 20 Uhr: Lesung mit uns sechs Preisträgern des HHer Förderpreises für Literatur 2008

# Mi., 26.11.08 Bar 439, Vereinsstraße: Herrn Cohns "17-Minuten-Literaturquickie", 22:30 (auf dass es voll werde)

# Mi., 26.11.08 Literaturhaus, Schwanenwik 38, 22087 Hamburg, 19:30: Empfang und Lesung anlässlich der Verleihung des Hamburger Förderpreises für Literatur 2008 (ui, es wird hoffentlich vollstens)

# Fr., 10.10.08 Bürgerhaus Barmbek, Lorichsstr. 28a: Lesung der "Autorengruppe jetzt!", 20:00 (machen Sie's vollll)

# Fr., 26.9.08 Javahouse, Osterstr. 4: "8 min Eimsbüttel", 20:00 (früher da sein, es wird voll)

# Do., 11.9.08 in Frau Marions Grand Café Shalom bei der "7. Finsternislesung", 19:00 bis 00:00 (Zaungäste willkommen)

# Do., 6.9.08 bei "Zwischenwelt" in der Alten Pathologie Eilbek mit Freifrau von Schulz, 20:00 (seelenvoll)

... wird fortgesetzt

 

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